DIE BAKTERIENSTÄMME – LACTOBACILLUS, BIFIDUMBAKTERIEN, STREPTOCOCCUS, E. COLI

Auf der Suche nach den als Probiotikum geeigneten Mikroorganismen wurden verschiedene Bakterienstämme und deren Wirkung auf die Gesundheit getestet. Dabei zeigte sich, dass sich die gesundheitlichen Effekte bei den verschiedenen Bakterienstämmen unterscheiden können. Daraus folgt, dass die einzelnen probiotischen Bakterien individuelle physiologische Effekte auf den Körper haben können, die nicht automatisch auf die eines anderen Stammes übertragbar sind. Diese Besonderheit wird als Stammesspezifität bezeichnet. Die in den wissenschaftlichen Studien verwendeten Mikroorganismen gehören zur Gattung der Milchsäurebakterien (Lactobacillus), der Bifidobakterien und Escherichia coli. Die am häufigsten verwendeten Mikroorganismen sind Milchsäurebakterien. Hinter diesem Oberbegriff verbergen sich mehr als 100 Arten, die oft in ihrem Namen den ersten Beschreiber enthalten und Kennungen zur Bezeichnung weiterer Unterarten. Jede Modifizierung mit anschließender Charakterisierung eines vorhandenen Stammes bedeutet eine neue Spezies und führt zu einer Namenserweiterung(1). Auf diese Weise verlängert sich die Liste parallel zur wachsenden Zahl wissenschaftlicher Studien.

Im Jahr 2007 hat der europäische Industrieverband der Hersteller von Gesundheitsprodukten (European Federation of Associations of Health Product Manufacturers; EHPM) eine Liste von Bakterienstämmen veröffentlicht, die als Probiotikum geeignet sind und die gesundheitlichen Voraussetzungen erfüllen. Von diesen sind in Deutschland beispielsweise erhältlich:

Lactobacillus

Bifidobakterien

Steptococcus

E. coli

acidophilus /johnsonii

bifidum

thermophilus

Nissle 1917

reuteri

longum

 

 

bulgaricus

infantis

 

 

rhamnosus

breve

 

 

Shirota

 

 

 

Gasseri

 

 

 

salivariu

 

 

 

 

Laktobazillen

Den Laktobazillen kommt eine besondere Bedeutung in der Entwicklung des Säuglings zu, da sie mit der Muttermilch aufgenommen werden, die Verdauung kontrollieren und potenzielle Krankheitserreger fernhalten.

Als Milchsäurebildner erzeugen sie ein saures Milieu, das Pathogene zerstört. Im erwachsenen Verdauungstrakt sind sie ebenfalls anzutreffen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde erstmals ein Vertreter als biologischer Wirkstoff vorgestellt. Es handelte sich dabei um den Lactobacillus delbrückii subspecies (abgekürzt ssp.; Unterart) bulgaricus. Die Bezeichnung enthält neben dem Namen M. Delbrück zu Ehren des deutschen Mikrobiologen die Herkunft der Bakterien aus bulgarischem Joghurt.

Bifidobakterien

Bifidobakterien weisen viele Gemeinsamkeiten mit den Laktobazillen auf. So zählen sie ebenfalls zu den Erstbesiedlern des Darmtraktes und werden mit der Muttermilch übertragen. Sie machen etwa 90 Prozent der Darmflora beim gestillten Säugling, aber nur noch 25 Prozent beim Erwachsenen aus. Es dauerte einige Zeit, bis Wissenschaftler nachweisen konnten, dass sich beide Bakterienarten deutlich unterscheiden. Beide bilden Milchsäure, jedoch über unterschiedliche Reaktionen(2). Eine weitere Besonderheit der Bifidobakterien stellt ihre Wirtsspezifität dar. Während zum Beispiel einige Arten in Geschlechts- und Harnorganen der Säuretiere vorkommen, besiedeln andere das Verdauungssystem von Insekten. Für das Bifidobacterium dentium wird ein Zusammenhang mit der Karies-Entstehung diskutiert.

Escherichia coli – E. coli

Escherichia Bakterien gehören zu den Enterobakterien, die ihren Namen haben, weil sie typische Darmbewohner (griechisch: enteron, Darm) sind. Die Bezeichnung Escherichia coli erhielten sie nach ihrem Entdecker, dem Bakteriologen T. Escherich. Bedeutend wurden diese Bakterien jedoch erst, als es dem Mikrobiologen A. Nissle im Jahre 1917 gelang, einen Stamm zu präparieren, der krankheitserregende Keime ausschalten kann: den Escherichia coli Stamm Nissle 1917. Dieser ist inzwischen weltweit bestens charakterisiert und wird als Probiotikum verwendet.

Streptococcus

Streptococcus thermophilus wird zusammen mit dem Lactobacillus in der Startphase bei der Joghurt Herstellung eingesetzt. Streptococcus ist eine Bakteriengattung, die die Bakterienflora im Mund, Darm und auf der Haut repräsentieren. Andere sind Krankheitserreger. Der Streptococcus thermophilus ist sehr gut beschrieben und besitzt keine gesundheitsgefährdenden Eigenschaften.

 

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Quellen:

(1) Jean Euzéby, Aidan C. Parte: Genus Lactobacillus. In: List of Prokaryotic names with Standing in Nomenclature (LPSN).

(2) de Vries W, Stouthamer AH. Pathway of glucose fermentation in relation to the taxonomy of bifidobacteria. J Bacteriol. 1967 Feb;93(2):574-6