Das Sonnenvitamin

Für seine Aktivierung benötigt Vitamin D den UV-B Anteil der Sonnenstrahlen, weshalb es auch als Sonnenvitamin bezeichnet wird. Richtiger wäre jedoch von einem Sonnenhormon zu sprechen, da die Vitamin D Wirkung eher den Hormonen[1] als den der Vitamine zuzuordnen. Ähnlich wie diese sind sie an der Regelung zahlreicher Prozesse beteiligt[2]. Die Vitamin D Wirkung beschränkt sich nicht allein auf den Mineralhaushalt und den Knochenstoffwechsel. Vitamin D unterstützt die Abwehrkräfte, spielt eine Rolle in der Vermehrung und Differenzierung von Zellen, wirkt auf Nerven, Herz und Kreislauf sowie auf Vorgänge im Gehirn. Es kann über Nahrungsergänzungen zugesetzt werden. Bei richtiger Anwendung treten keine Vitamin D Nebenwirkungen auf.

Vitamin D Wirkung in der körpereigenen Abwehrfunktion

Die Immunabwehr wird durch zwei Teilprozesse bestimmt: der adaptiven und der angeborenen Immunantwort. Während die angeborene Abwehr sofort über verschiedene Mechanismen einsetzt, benötigt die adaptive eine längere Zeit. Wichtige Zellen, die in der angeborenen Abwehr eine Rolle spielen, sind die Monozyten und Makrophagen. In der adaptiven Abwehr werden die unterschiedlichen Oberflächenmerkmale des Fremdkörpers erkannt. Dieser Vorgang löst eine gezielte Abwehrreaktion aus. Deshalb wird die adaptive Immunabwehr auch als spezifische bezeichnet. Zu den Komponenten der spezifischen Immunantwort gehören T- und B- Lymphozyten. Beide Systeme stehen in einem engen Zusammenhang und werden durch Vitamin D Wirkung beeinflusst. Durch Vitamin D werden verschiedene, an der Immunabwehr beteiligte Zellen wie Monozyten, Makrophagen sowie T- und B-Lymphozyten moduliert[3]. Das heißt, deren Funktion wird dem aktuellen Abwehrsituation angepasst.

Vitamin D gegen Grippe und Erkältungskrankheiten?

Vitamin D spielt eine zentrale Rolle in der angeborenen Abwehr, bei der die Produktion körpereigener Abwehrstoffe gegen die Bakterien und Viren angekurbelt wird. Grippe und Erkältungen treten gehäuft im Herbst und im Winter auf. Dies ist jedoch nicht primär der kalten Jahreszeit zuzuschreiben, sondern zwei anderen Tatsachen: erstens überleben Viren besser in der kalten Jahreszeit und bei geringerer UV Strahlung (sie sind empfindlich gegenüber UV Strahlen) und zweitens schützt die bessere Vitamin D Versorgung in den sonnigen Jahreszeiten vor Grippe. Es liegen inzwischen mehrere Studien vor, die den Zusammenhang zwischen einem niedrigeren Vitamin D Spiegel und der größeren Anfälligkeit für Erkältungskrankheiten belegen[4]. In der Diskussion ist zusätzlich die Wirkung auf den NF-KappaB Signalweg, dessen Aktivierung Bedingung für eine Virus-Infektion ist[5]. Vitamin D ist in der Lage, diesen Signalweg zu unterdrücken.

Vitamin D Wirkung bei Autoimmunerkrankungen

Eine wichtige Komponente der Vitamin D Wirkung stellt der entsprechende Rezeptor (abgekürzt VDR) dar, der auf nahezu allen Immunzellen entdeckt werden konnte. Gleichzeitig existieren in dem Vitamin D Rezeptor kodierende Gen Varianten, die als Polymorphismen bezeichnet werden. Beim Auftreten bestimmter Polymorphismen wurden vermehrt Autoimmunerkrankungen diagnostiziert und die Patienten wiesen erniedrigte Vitamin D Werte im Blut auf. Unklar ist dabei, ob ein Mangel als Ursache oder Folge der Erkrankung zu werten ist[6]. Die niedrigen Vitamin Spiegel scheinen zur Immunaktivierung bei diesen Erkrankungen beizutragen. Der aktuelle Vitamin D Status scheint mit der Schwere der Erkrankung zu korrelieren[7]. Bewiesen werden konnte bisher nicht, ob bestimmte Vitamin D Polymorphismen für eine erhöhte Anfälligkeit für Autoimmunerkrankungen verantwortlich sind[8]. Es gibt klinische Studien die die Vitamin D Wirkung bei Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose, Rheumatoide Arthritis, Diabetes vom Typ I, Systemischer Lupus Erythematosus (SLE) und beim Morbus Crohn untersucht haben. Einige Multiple Sklerose Patienten profitierten von einer Kombinations-Therapie, in Verbindung mit Interferon Beta[9]. Die Gabe von Vitamin D kann für SLE Patienten bedeutsam sein, da sie krankheitsbedingt das Sonnenlicht meiden. Die Studienlage ist hier umfangreicher als in anderen Erkrankungen und deshalb von größerer Aussagekraft. Die Ergebnisse in Bezug auf die Krankheitsaktivität und den Status der nachgewiesenen Autoantikörper ist vielversprechend[10]. Weniger Effekte konnten erzielt werden, wenn im Verlauf der Erkrankung die Aufnahme des Vitamin D beeinträchtigt und das Vitamin nicht wirksam ist. Dies ist beim Morbus Crohn, einer den Darm betreffenden Erkrankung, der Fall.

Vitamin D Wirkung auf Herz und Kreislauf

Die häufigste Todesursache in Deutschland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen[11]. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass in vielen Fällen diese Erkrankungen von einem niedrigen Vitamin D Spiegel begleitet werden und die Wahrscheinlichkeit, daran zu sterben, nimmt mit sinkendem Spiegel zu[12],[13]. Dabei spielen wahrscheinlich verschiedene Mechanismen eine Rolle: Vitamin D ist an der Blutdruck-Regulation beteiligt[14] , wirkt anti-entzündlich[15] und schützt auf diese Weise die Herzmuskulatur und die Gefäße[16].

Vitamin Wirkung auf Gehirn und Nerven

Mit der Entdeckung von Vitamin D Rezeptoren und Enzymen auch im Gehirn und im zentralen Nervensystem, lag die Schlussfolgerung nahe, dass auch dort Vitamin D Wirkungen zu erwarten sind[17]. Zu den nachgewiesenen Effekten gehören die Steuerung des Zellzyklus, die Neurotransmitter Synthese und die Differenzierung von Neuronen sowie der Schutz der Nervenzellen durch Entgiftung und antientzündliche Stoffe[18]. Auf diese Weise ist Vitamin D maßgeblich in die Bildung, der Differenzierung und dem Schutz von Neuronen sowie der Signalübertragung involviert[19].

Vitamin D Wirkung gegen Krebs

Vitamin D spielt nicht nur im zentralen Nervensystem eine Rolle bei der Steuerung von Prozessen wie Zellteilung- und -wachstum sowie dem Zelltod[20]. Mit diesen Eigenschaften wurde das Interesse der Krebs-Forscher geweckt, und die Vermutung genährt, dass die Krebsentstehung eng mit Störungen in diesen Bereichen verknüpft ist. Im Vordergrund stand die Möglichkeit der Prävention. Erste positive Ergebnisse konnten zeigen, dass die Gefahr, an Krebs (Brustkrebs, Kolorektalkrebs) zu erkranken, sinkt, wenn die Werte im Blut bei 40-60 Nanogramm pro Milliliter liegen[21]. Vitamin D, das auf Tumorzellen im Labor die Zellvermehrung unterdrückte und die Zelldifferenzierung (funktionelle Spezialisierung von Zellen) verstärkte, scheint ein potentielles Antikrebsmittel zu sein oder die Antikrebstherapie unterstützen zu können[22].

Vitamin D Wirkung bei Depressionen

Vitamin D wirkt auf die Nerven und das Gehirn ein, so liegt die Schlussfolgerung nahe, das es auch bei Depressionen helfen. In einer Studie fanden Forscher z. B. heraus, das sich die depressiven Symptome bei jugendlichen Mädchen verbesserten, nachdem diese für 9 Wochen 7000 IE pro Tag eingenommen hatten.[23] Weitere Studien kamen zu dem Ergebnis, das ein Vitamin D Mangel die Wahrscheinlichkeit erhöhen kann an einer späten Depression zu erkranken.[24][25] Ein vergleich mehrere Studien die, die Auswirkung von Vitamin D auf Depressionen untersuchte fand jedoch keinen signifikanten Einfluss.[26] Es handelte sich bei den Probanden um Menschen mit einer leichten Depression. Weiterhin wurden auch unterschiedliche Dosierungen an Vitamin D verabreicht, sodass keine wirklichen Schlussfolgerungen auf die Wirkung von Vitamin D und Depressionen gemacht werden können. Es bedarf weiterer kontrollierter und klinischer Studien um eine abschließende Wirkung von Vitamin D auf Menschen mit Depressionen treffen zu können.

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Quellen:

[1] Zittermann A, Gummert JF. Nonclassical vitamin D action. Nutrients. 2010 Apr;2(4):408-25

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[11] https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/72563/Herz-Kreislauf-Erkrankungen-und-Krebs-haeufigste-Todesursachen

[12] T. J. Wang, M. J. Pencina, S. L. Booth et al., Vitamin D deficiency and risk of cardiovascular disease, Circulation, vol. 117, no. 4, pp. 503-511, 2008.

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[14] Tamez, Hector, Sahir Kalim, and Ravi I. Thadhani. „Does Vitamin D Modulate Blood Pressure?“ Current opinion in nephrology and hypertension 22.2 (2013): 204–209. PMC. Web. 12 Nov. 2015

[15] Su, Lei; Xiao, Haipeng. Inflammation in diabetes and cardiovascular disease: a new perspective on vitamin D. Cardiovascular Endocrinology, 2015.

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[17] Eyles, Darryl W., et al. Distribution of the vitamin D receptor and 1a-hydroxylase in human brain. Journal of chemical neuroanatomy, 2005, 29. Jg., Nr. 1, S. 21-30.

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[21] Cedric F. Garland, Edward D. Gorham, Sharif B. Mohr, Frank C. Garland, Vitamin D for Cancer Prevention: Global Perspective, Annals of Epidemiology, Volume 19, Issue 7, July 2009, Pages 468-483

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[23]High Dose Vitamin D Supplementation Is Associated With a Reduction in Depression Score Among Adolescent Girls: A Nine-Week Follow-Up Study. Bahrami A1,2, Mazloum SR3, Maghsoudi S4, Soleimani D5, Khayyatzadeh SS5, Arekhi S2, Arya A2, Mirmoosavi SJ6,7, Ferns GA8, Bahrami-Taghanaki H7, Ghayour-Mobarhan M9.

[24] Associations Between Vitamin D Levels and Depressive Symptoms in Later Life: Evidence From the English Longitudinal Study of Ageing (ELSA). de Oliveira C1, Hirani V2, Biddulph JP1.

[25] Vitamin D deficiency is significantly associated with depression in patients with chronic kidney disease. Jhee JH1, Kim H1, Park S1, Yun HR1, Jung SY1, Kee YK1, Yoon CY1, Park JT1, Han SH1, Kang SW1,2, Yoo TH1.

[26] Vitamin D deficiency is significantly associated with depression in patients with chronic kidney disease. Jhee JH1, Kim H1, Park S1, Yun HR1, Jung SY1, Kee YK1, Yoon CY1, Park JT1, Han SH1, Kang SW1,2, Yoo TH1.