Vitamin B Komplex – Definition, Wirkung, Dosierung, Nebenwirkungen

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Vitamin B Komplex: Definition

B-Vitamine: Wegbereiter in der Vitaminforschung

Die Erkenntnis, dass ein Mangel an bestimmten Verbindungen zu Wachstumsstörungen führt, brachte bereits 1912 Wissenschaftler auf die Spur der B-Vitamine. G. Hopkins nannte sie „accessory food factors“ (zusätzliche Lebensmittelfaktoren), die in Tierversuchen Effekte auf die Entwicklung zeigten. Er ging sogar einen Schritt weiter, indem er feststellte, dass sie von Natur aus organische Komplexe sind, die der Tierkörper nicht synthetisieren kann. Der Biochemiker C. Funk griff diese Erkenntnis auf, als in Japan eine neue, bis dahin unbekannte Krankheit auftrat. Sie stand im Zusammenhang mit dem Einführen neuer Reisschälmaschinen und legte die Vermutung nahe, dass mit dem Entfernen der äußeren Reishülle, der Reiskleie, wichtige Substanzen verloren gingen. Ein einfacher Versuch eines japanischen Arztes bewies, dass tatsächlich kein Mangel auftrat, wenn die Reiskleie wieder zugeführt wurde. C. Funk widmete sich der Isolation der darin enthaltenen Verbindungen und analysierte sie im Anschluss. Es handelte sich um stickstoffhaltige Verbindungen, sogenannte Amine, die sich vom Ammoniak ableiten, wobei mindestens eine Alkyl- oder Arylgruppe die Wasserstoffatome ersetzt.

Die Mangelerkrankung erhielt den Namen Beri Beri und die essentiellen Verbindungen wurden unter dem Begriff Vitamin (zusammengesetzt aus Vita – für Leben und Amin) zusammengefasst[1]. Im Jahre 1916 definierte McCollum mit Buchstaben bezeichnete Vitamin-Gruppen. Die Gruppe der aus Weizen- und Reiskleie isolierten Substanzen erhielt den Buchstaben B. Später zeigte sich, dass sich dahinter mehrere Komponenten verbergen, deren Gemeinsamkeit ist, dass sie wasserlöslich und aus der gleichen Quelle extrahierbar sind. Ab 1980 konnten die Vitamine rein synthetisiert und anschließend deren Synthesewege charakterisiert werden. Heute sind die wichtigsten als Vitamin B Komplex erhältlich.

Welche Vitamine sollten in einem Vitamin B Komplex enthalten sein?

Heute ist bekannt, dass eine Unterversorgung mit diesen Vitaminen im Zusammenhang mit bestimmten Erkrankungen steht und dass das B-Vitamin eigentlich ein Vitamin B Komplex ist, der aus mindestens acht Vertretern besteht:

  • Vitamin B1 (Thiamin),
  • B2 (Riboflavin),
  • B3 (Niacin),
  • B5 (Pantothensäure),
  • B6 (Pyridoxin),
  • B7 (Biotin),
  • B9 (Folsäure),
  • B12 (Cobalamin).

Für die Vitamine B7 und B9 werden heutzutage vorwiegend die Bezeichnungen Biotin und Folsäure verwendet.

Warum keine fortlaufende Nummerierung?

Für einige Vertreter, die zunächst dem Vitamin B Komplex zugeordnet wurden, hat sich der Vitamin-Charakter später nicht bestätigt. Werden Stoffe im menschlichen Stoffwechsel hergestellt sind sie nicht als Vitamin einzuordnen. So sind die fehlenden Ziffern in der Vitamin B Komplex Reihe zu erklären. Vitamin B4 beispielsweise erwies sich als ein Gemisch aus Adenin (eine Nukleinbase, in DNA und RNA) und Cholin (ein substituierter Alkohol oder quartäre Ammoniumverbindung, beispielsweise in der Gallenflüssigkeit oder als Neurotransmitter Acetylcholin vorkommend). Beide sind zwei wesentliche Bestandteile des Stoffwechsels und können vom Körper synthetisiert werden. Vitamin B8 entpuppte sich als Inositol, das für die Verwertung von Vitamin B3, im Cholesterin-Stoffwechsel und für die Nervenfunktion wichtig ist. Bei dem Vitamin B10 handelt sich um den wichtigsten Baustein in der Folsäure-Synthese: der. Para-Aminobenzoesäure (PABA). Sie wird auch Haut- und Haarvitamin genannt. Als Mischung aus PABA und Folsäure erwies sich das Vitamin B14. Vitamin B11 ist eine alte, synonyme Bezeichnung für Folsäure. Vitamin B13 wurde bereits 1903 in der Kuhmilch gefunden und als lebensnotwendiges Vitamin eingestuft. Später erkannten Wissenschaftler, dass sich dahinter Orotsäure verbirgt, die Magnesium mit der Energiespeicherform ATP zusammenhält und auf diese Weise deren Verwertung verbessert. Vitamin B15 wurde als Pangamsäure identifiziert. Sie entsteht im Cholin-Stoffwechsel. Vitamin B16 erwies sich als identisch mit B6, Pyridoxin. Vitamin B17 nimmt eine Sonderstellung ein. Dahinter verbirgt sich die Substanz Amygdalin, die in Gegenwart von Wasser giftige Blausäure bildet. Sie kommt in Bittermandeln (Amygdalin:griechisch, amygdalis, Mandelkern) vor und ist kein Vitamin, weil es für den Stoffwechsel nicht benötigt wird. Bedeutung erlangte sie als alternative Krebstherapie. Allerdings konnte in keiner der publizierten Studien ein belegbarer Nutzen festgestellt werden. Bedenklich sind die Nebenwirkungen durch die entstehende Blausäure.

Japanischen Forscher charakterisierten im Jahr 2003 eine Substanz, die im Tierversuch für die Fruchtbarkeit, aber auch im Immunsystem eine wesentliche Rolle spielt[2]. Pyrrolochinolinchinon (PQQ) ist eine organische Verbindung, die nur in geringen Mengen benötigt und über die Nahrung aufgenommen, aber nicht vom Körper selbst hergestellt wird. Sie agiert als Cofaktor in Redox-Reaktionen (Reduktions-Oxidations-Reaktionen). Die Autoren identifizierten ein Dehydrogenase-Enzym, das im Tierexperiment die Aminosäure Lysin abbaut. PQQ erfüllt damit die Kriterien eines Vitamins und wird wegen seiner Wasserlöslichkeit dem Vitamin B Komplex zugeordnet. Ein typisch japanisches Gericht aus fermentierten Sojabbohnen, „Natto“, stellt eine ideale Quelle dar. Darüber hinaus ist diese Substanz in Kiwi, grünem Paprika, Papaya, Petersilie und grünem Tee, nicht jedoch in den zurzeit angebotenen Vitamin B Komplex Präparaten enthalten[3]. Spätere Publikationen vermuten die Beteiligung eines neuen Proteins an der Lysin-Verstoffwechselung, nicht jedoch, dass es sich tatsächlich um PQQ handelt[4]. Andere Arbeitsgruppen versuchten, den Effekt von PQQ im Lysin-Stoffwechsel nachzuvollziehen und waren erfolglos. Sie stellten deshalb die Wirkung von PQQ als Vitamin infrage[5]. Die Diskussion dazu ist bis heute nicht abgeschlossen.

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Vitamin B – für Gehirn, Nerven, Immunsystem, ….

B-Vitamine haben verschiedene Wirkungen, die meisten von ihnen haben jedoch unser Nervensystem und die damit verbundenen Funktionen und Vorgänge als Wirkungsort.

Vitamin B Komplex Wirkung

Funktion als Coenzym

Die Vitamine werden in zwei Gruppen eingeteilt: wasser– und fettlösliche Vitamine. Die im Vitamin B Komplex enthaltenen gehören zu den wasserlöslichen und wirken als Vorläufer für Coenzyme. Coenzyme (lateinisch: cum, mit oder zusammen) sind nicht-proteinartige Bestandteile von Enzymen, die in den komplexen Enzymreaktionen vorübergehend an den Eiweißanteil des Enzyms binden und auf diese Weise erst dessen Wirkung ermöglichen.

Niacin (Vitamin B3) ist Vorläufer der Nicotinsäureamid-Coenzyme und wird für die Synthese von NAD und NADP benötigt. NAD und NADP agieren als Elektronenüberträger zwischen Proteinen in vielen Redox-Reaktionen[6].

Riboflavin (Vitamin B2) ist eine Vorstufe der Flavin-Coenzyme, die an der Wasserstoff-Übertragung der sogenannten Flavo-Proteine beteiligt sind.

Ein Beispiel für ein gruppen-übertragendes Coenzym ist Cobalamin (Vitamin B12). Vitamin B12 kann Methylgruppen übertragen. Thiamin (Vitamin B1) wird in das Coenzym Thiaminpyrophosphat umgewandelt, das beispielsweise für die Decarboxylierung, gebraucht wird. Diese Reaktion spielt eine wichtige Rolle in der Zellatmung, im Energiestoffwechsel der Muskeln und des Gehirns. Die von Pantothensäure (Vitamin B5) abgeleiteten Coenzyme übertragen Acylketten in zahlreichen Stoffwechselreaktionen: im Citratzyklus, dem wichtigsten Stoffwechselweg zur Energiegewinnung, in der Fettsäure-Oxidation und in der Fettsäure-Synthese. Folsäure wird in der reduzierten Form, als Tetrahydrofolsäure (THF) dem Organismus zur Verfügung gestellt. Es dient als Coenzym bei der Synthese von Nukleinsäuren.

B-Vitamine für die Stoffwechselfunktionen

Ein Vitamin B Komplex spielt eine zentrale Rolle bei der Regulation des Fettstoff-, Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechsels. Ohne deren Wirkung kämen nahezu alle biochemischen Prozesse im Körper zum Stehen. Besondere Wirkung zeigt der Vitamin B Komplex im Nervensystem. Die B-Vitamine werden deshalb auch „Nervenvitamine“ oder neurotrope Vitamine genannt. Eine weitere Bedeutung besitzen sie für die Haut- und Haar-Gesunderhaltung sowie für die Funktion des Immunsystems.

Gemeinsam stark: Zusammenwirken der B-Vitamine

Die B-Vitamine kommen in der Natur nicht einzeln vor. Dies machte deren Isolierung und Charakterisierung zu Beginn der Erforschung schwer, ist aber gleichzeitig ein Hinweis darauf, dass sie gemeinsam wirken. Jedes Vitamin im Vitamin B Komplex hat seine bestimmte Aufgabe und unterstützt gleichzeitig die Wirkung der anderen Vertreter. Die einzelnen Effekte überlagern und verstärken sich. Einige B Vitamine benötigen die Wirkung anderer aus dem Vitamin B Komplex, um aktiv zu werden. Ein Beispiel für das Zusammenspiel innerhalb des Vitamin B Komplexes ist die sogenannte Pyruvat-Dehydrogenase-Reaktion. Sie dient der Energiegewinnung aus Kohlenhydraten und verknüpft die Glykolyse mit dem Citratzyklus[7]. Pyruvathydrogenase erfordert vier Coenzyme, für deren Bildung der B Vitamin Komplex essentiell ist: Thiaminpyrophosphat, NAD, das Flavin-Coenzym (FAD) und Coenzym A (CoA), für das Vitamin B5 (Pantothensäure) die Vorstufe ist.

Mangelt es an einem dieser Vitamine, senkt sich die Effizienz der anderen und die gesamte Stoffwechsellage gerät aus dem Gleichgewicht. Da der Vitamin B Komplex in die Energieversorgung des Körpers involviert ist, betrifft ein Mangel eine Vielzahl von Funktionen. Deshalb empfiehlt sich die Ergänzung fehlender B Vitamine als Vitamin B Komplex anstelle von Einzelvitaminen.

Natürliche Vorkommen der B Vitamine

In wenige Lebensmitteln ist ein größeres Spektrum an B-Vitaminen enthalten. Zu ihnen gehört Kombucha, ein Gärgetränk, das aus gesüßten Tees und einem speziellen Pilz, dem Kombucha Pilz, hergestellt wird. Die Bezeichnung Kombucha Pilz ist nicht ganz korrekt, handelt es sich doch nicht um einen Pilz, sondern um das Zusammenspiel verschiedener Hefen und Essigsäurebakterien. Mit dem Getränk werden die Vitamine B1, B6 und B12 in größeren Mengen, aber auch B2 und B3 aufgenommen, wobei die Konzentration von der Zusammensetzung des Pilzes und der Herstellung abhängt[8]. Eine weitere natürliche Quelle von B-Vitaminen ist Reiskleie, die äußeren Hülle, die das Reiskorn umgibt. Im weißen, handelsüblichen Reis wurde dieser Teil aus geschmacklichen und wirtschaftlichen Gründen entfernt. Inzwischen zählt Reiskleie wegen seines hohen Nährwertes und der enthaltenen Vitamine und Mineralien als Superfood. Besonders reich ist Reiskleie an den Vitaminen B1, B3 und B6[9]. Darüber hinaus gelten Hülsenfrüchte, grünes Gemüse und tierische Produkte wie Fleisch und Innereien zu guten Vitamin-B-Lieferanten. Feldsalat enthält die Vitamine B3, B5 und B6, sollte allerdings sehr rasch verbraucht werden, bevor die Vitamine verloren gehen[10]. Mit Hühnerfleisch werden die Vitamine B1, B2 und B6 aufgenommen. Sesamsamen enthält die Vitamine B2, B5, B6 sowie Folsäure und Makrele die Vitamine B2, B6 und B12. Leber ist ein Vitamin B reiches Lebensmittel, das die Versorgung mit den Vitaminen B5, B6, B7 und B12 sowie Folsäure unterstützt[11].

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Ein Mangel an B-Vitaminen kann ernste Folgen haben

Menschen die einen Vitamin B Mangel haben klagen oft über eine verminderte Leistungsfähigkeit und Erschöpfungszustände. Je nach Art um Umfang des Mangels können weitere Symptome aufflammen.

Mangelerscheinungen vorbeugen durch Vitamin B Komplex

Wann kann ein Vitamin B Mangel auftreten?

Viele B Vitamine kommen in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vor. Eine Ausnahme bildet das Vitamin B12, das nur über tierische Produkte oder bei Vegetariern über einen Vitamin B Komplex als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden muss. Um das gesamte Spektrum der B Vitamine abzudecken, ist eine sehr abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung mit tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln, Nüssen und Hülsenfrüchten notwendig. Diese Voraussetzung ist vielfach nicht gegeben. Allergiker wie auch Vegetarier oder Veganer verzichten auf bestimmte natürliche Vitamin B Quellen. In bestimmten Lebenssituationen tritt zusätzlich ein erhöhter Verbrauch auf. Bei Schwangeren und Stillenden sowie bei erhöhtem Alkohol- und Tabakkonsum und schwerer körperlicher Arbeit steigt der Bedarf an Vitamin B. Patienten, die über längere Zeit nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAR), Chemotherapeutika (Tumorpatienten) oder hormonelle Verhütungsmittel einnehmen, benötigen ebenfalls zusätzliches Vitamin B in Form von Vitamin B Komplex.

Symptome eines Vitamin B Mangels

Wegen seiner vielfältigen biologischen Funktionen äußert sich ein Mangel auf verschiedene Weise, nicht selten unspezifisch. Häufig sind verringerte Leistungsfähigkeit und Erschöpfungszustände Ausdruck eines herabgesetzten Stoffwechsels und damit einer eingeschränkten Energiegewinnung. Weitere Symptome können das Magen-Darm- oder das Herz-Kreislauf-System betreffen. Veränderungen der Haut, der Schleimhäute oder im Nervensystem müssen ebenfalls als mögliche Hinweise geprüft werden. Eine Anämie („Blutarmut“) kann ein spezifisches Zeichen eines Vitamin B12 Mangels sein. Bei etwa der Hälfte der an Depressionen leidenden Menschen wurde ein Mangel an Vitamin B1, B6, B12 oder Biotin festgestellt[12].

Therapie-Unterstützung durch Vitamin B Komplex

Für einige Erkrankungen konnte gezeigt werden, dass sich die Einnahme von Vitamin B Komplex günstig auf den Verlauf auswirkte. In der überwiegenden Zahl der Studien steht dabei der Zusammenhang zwischen Vitamin B12 und Homocystein, einer schwefelhaltigen Aminosäure im Vordergrund. Diese Aminosäure stellt ein Zwischenprodukt des körpereigenen Stoffwechsels dar und zeigt bei Anreicherung schädliche Wirkungen. Um dies zu vermeiden, muss der Stoff aus dem Körper geschleust oder umgewandelt werden. Dies passiert unter Mitwirkung von Vitamin B12[13]. Es gibt einen nachweislichen Zusammenhang zwischen niedrigen Folsäure- und Vitamin-B12-Spiegeln und einer Homocystein-Anreicherung[14]. Erhöhte Homocystein-Werte und niedrige B-Vitamin-Spiegel sind Risikofaktoren für neurologische Erkrankungen [15]. Menschen mit erhöhtem Schlaganfall-Risiko profitieren von Vitamin B Gaben, sofern sie keine eingeschränkte Nierenfunktion aufweisen[16]. Über eine schützende Wirkung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt es keine einheitliche wissenschaftliche Meinung. Ähnlich sieht es bei der Demenz und der Alzheimer Erkrankung aus. In allen Fällen wird ein Zusammenhang mit niedrigen Vitamin-B-Spiegeln vermutet, die jedoch nicht durch alle Studien zu belegen sind. Eine Publikation, konnte bei Patienten mit gering-gradigen kognitiven Einschränkungen einen verzögerten Abbau der Hirnleistungen nach Vitamin B12 Gabe nachweisen[17].

Eine andere Übersichtsarbeit zeigte, dass es nicht ausreichend ist, sich für eine Verbesserung der Gehirnfunktion auf die Gabe von Vitamin B6, B12 und Folsäure zu beschränken. Vielmehr sind alle Vitamine im Vitamin B Komplex für eine optimale neurologische Funktion unerlässlich[18].

Nach Einnahme von Vitamin B wiesen Frauen, die unter dem Prämenstruellen Syndrom (PMS) leiden, weniger Beschwerden auf[19].

Wie hoch ist der Tagesbedarf eines normalen Menschen an B-Vitaminen?

Für die meisten Vitamine des Vitamin B Komplexes liegt der Bedarf im Milligramm- Bereich. Nur für Biotin, Folsäure und Vitamin B12 wird die notwendige Menge in Mikrogramm, einem millionstel Gramm, angegeben:

  • Vitamin B1 (Thiamin): 1,0 bis 1,3 Milligramm (Schwangere und Stillende: 1,2 bis 1,4 Milligramm)
  • Vitamin B2 (Riboflavin): 1,2 bis 1,5 mg Milligramm (Schwangere und Stillende: 1,5 bis 1,6 Milligramm)
  • Vitamin B3 (Niacin): 1,0 bis 1,3 Milligramm (Schwangere und Stillende: 1,2 bis 1,4 Milligramm)
  • Vitamin B5 (Pantothensäure): 6 mg Milligramm (kein höherer Bedarf bei Schwangeren und Stillenden)
  • Vitamin B6 (Pyridoxin): 1,2 bis 1,5 Milligramm (Schwangere und Stillende: 1,9 Milligramm)
  • Biotin (Vitamin B7): 30 bis 60 Mikrogramm (kein höherer Bedarf bei Schwangeren und Stillenden
  • Folsäure (Vitamin B9): 400 Mikrogramm (Schwangere und Stillende: 600 Mikrogramm)
  • Vitamin B12 (Cobalamin): 3,0 Mikrogramm (Schwangere und Stillende: 3,5 bis 4,0 Mikrogramm )[20].
  • Nur Vitamin B3 und B12 werden in geringem Maße im Körper gespeichert.

Vitamin B Komplex: Auf die richtige Wahl des Präparates achten!

Die als Vitamin B Komplex angebotenen Nahrungsergänzungsmittel unterscheiden sich teilweise sehr stark. In einigen sind nicht alle acht Vitamine enthalten, in anderen zusätzlich die „alten“ B-Vitamine wie Cholin, Inositol und PABA. Da Cholin und Inositol in den Vitamin Stoffwechsel involviert sind, ist das sinnvoll. Des Weiteren variiert die chemische Form der Inhaltsstoffe im Vitamin B Komplex.

Natürliche Vitamin-B Formen und synthetische

Neben natürlichen Abkömmlingen werden synthetische Stoffe oder die biologisch wirksame Coenzym-Form direkt angeboten. Selbstverständlich würde man die natürlichen Inhaltsstoffe bevorzugen. Der Begriff ist nicht geschützt und so sollte kritisch geprüft werden, ob es sich um aus Pflanzen gewonnene Vitamine, angereicherte Hefekulturen oder natürliche Abkömmlinge der Coenzyme handelt. Nur eine geringe Zahl von Präparaten verwendet in der Herstellung natürlich vorkommende Pflanzen.

Natürliche B-Vitamine wirken nicht immer besser als synthetischen

Die Vitamine sind in einem Komplex von anderen Vitaminen und Mineralstoffen eingebunden, was ihre Aufnahme und Verwertung beeinflusst. Die Extraktion ist sehr preisintensiv und liefert nur geringe Konzentrationen. Dies schränkt die Verwendung ein.

Diese Vitamin B Komplex Produkte sind deshalb nicht zum Ausgleich von Mangelzuständen und für eine therapeutische Verwendung geeignet. Andere Präparate setzen Quinoa– oder Hefekulturen ein, um diese in einer Nährkultur mit Vitamin B anzureichern. Solche Kulturen werden ebenfalls als natürlich klassifiziert. Natürliche Conenzym-Formen gleichen denen, die der Körper erst aus den Vitaminen bilden muss, bevor sie im Stoffwechsel aktiv werden. Es ist also eine identische, möglicherweise sogar bessere Wirkung anzunehmen. Diese synthetisch hergestellten Vitamin B Komplex Präparate müssen also nicht von schlechterer Qualität sein. Maßgeblich ist eine gute Bioverfügbarkeit, also die Fähigkeit, vom Körper optimal verwertet zu werden sowie eine hohe Qualität der Produkte. Angaben über eine Schadstoffprüfung in einem unabhängigen Labor und Chargendeklarationen sprechen für ein vertrauenswürdiges Präparat.

Je nach dem Zweck der Verwendung und damit der notwendigen Dosierung empfehlen sich B-Vitamine aus natürlicher Herkunft (Pflanzen) oder als aktive Coenzym-Formen.

Dosierungen anpassen

Vitamin B Komplex Präparate gibt es in verschiedenen Zusammensetzung bezüglich der Mengen der einzelnen Komponenten. Wichtig ist es, darauf zu achten, ob es sich um Produkte handelt, die zur Vorbeugung und Erhaltung der optimalen Konzentration im Körper dienen und deshalb niedriger in der Dosierung ausgelegt sind, oder ob es hochdosierte Präparate für die Therapie oder den Ausgleich eines Mangels sind. Insbesondere die hochdosierten Präparate geraten gelegentlich in die Kritik, wenn die empfohlene Dosierung über den offiziellen Empfehlungen liegt[21].Dies kann gerechtfertigt sein, weil „Viel hilft viel“ kein erfolgreiches Rezept sein muss. Auf der anderen Seite streiten die Forscher um die notwendige Menge für einen therapeutischen Effekt. Möglicherweise liegt die Wahrheit in der Mitte.

Dosierungsempfehlungen für eine präventive und therapeutische Anwendung könnten wie folgt aussehen:

  • Vitamin B1: 5 bis 25 Milligramm zur Vorbeugung; 50 bis 900 Milligramm als Therapie-Dosis
  • Vitamin B2: 5 bis 20 Milligramm zur Vorbeugung; 40 bis 400 Milligramm als Therapie-Dosis
  • Vitamin B3: 20 bis 50 Milligramm zur Vorbeugung; 100 bis 3000 Milligramm als Therapie-Dosis
  • Vitamin B5: 10 bis 100 Milligramm zur Vorbeugung; 100 bis 5000 Milligramm als Therapie-Dosis
  • Vitamin B6: 5 bis 25 Milligramm zur Vorbeugung; 50 bis 500 Milligramm als Therapie-Dosis
  • Biotin: 200 bis 500 Mikrogramm zur Vorbeugung; 500 bis 5000 Mikrogramm als Therapie-Dosis
  • Folsäure: 400 bis 800 Mikrogramm zur Vorbeugung; 1000 bis 15 000 Mikrogramm als Therapie-Dosis
  • Vitamin B12: 10 bis 500 Mikrogramm zur Vorbeugung; 1000 bis 5000 Mikrogramm als Therapie-Dosis [22].

Schwangeren wird empfohlen, eine Folsäure-Menge von 400 bis 800 Mikrogramm täglich zu sich zu nehmen[23], sofern nicht bereits ein Vitamin-Mangel vorliegt. Eine Blutuntersuchung kann gegebenenfalls Klarheit über den aktuellen Status geben.

Nebenwirkung und Überdosierung

Es gibt zwei gute Gründe, weshalb die B-Vitamine nebenwirkungsarm und nahezu nicht toxisch bei einer Überdosierung sind. Sie werden mit Ausnahme von Vitamin B3 (Niacin) und Vitamin B12 nicht im Körper gespeichert und als wasserlösliche Vitamine im Urin ausgeschieden. Ihre Einnahme ist unbedenklich, wenn die angegebenen Dosierungen nicht dramatisch überschritten werden und die Nierenfunktion intakt ist. Extreme Dosen von Vitamin B6 von mehr als 500 Milligramm pro Tag haben in vereinzelten Fällen Nebenwirkungen gezeigt[24]. Vitamin Dosen von mehr als 300 Milligramm führten in Einzelfällen zu Verdauungsstörungen. Vitamin B3 in Form von Nicotinsäure kann zu einer Art Niacin-Flush führen mit Hitzegefühl, geröteter Haut und übermäßigem Wasserlassen. Die Betroffenen sollten die Dosis verringern, um Leberschädigungen zu vermeiden. Weniger Nebenwirkungen wurden beschrieben, wenn Nicotinamid als Vitamin B3 Äquivalent im Nahrungsergänzungsmittel enthalten war[25]. Gelegentlich zeigt der Urin nach Vitamin B Einnahme eine auffällige neon-gelbe Farbe. Dies ist keine beunruhigende Nebenwirkung, vielmehr ein Hinweis auf einen Überschuss an Vitamin B2, der ausgeschieden wird und den Urin verfärbt.

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[1] Casimir Funk:The etiology of the deficiency diseases. Beri-beri, polyneuritis in birds, epidemic deopsy, scurvy, experimental scurvy in animals, infantile scurvy, ship beri-beri, pellagra. Journal of State Medicine 20, 1912, S. 341–368.

[2] T. Kasahara; Kato, T.: Nutritional biochemistry: A new redox-cofactor vitamin for mammals. Nature. 2003 Apr 24;422(6934):832.

[3] https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2003/daz-19-2003/uid-9706/

[4] Felton LM, Anthony C. Biochemistry: role of PQQ as a mammalian enzyme cofactor? Nature. 2005 Feb 3;433(7025):E10; discussion E11-2.

[5]Rucker R, Storms D, Sheets A, Tchaparian E, Fascetti A. Biochemistry: is pyrroloquinoline quinone vitamin? Nature. 2005 Feb 3;433(7025):E10-1; discussion E11-2

[6] http://www2.chemie.uni-erlangen.de/projects/vsc/chemie-mediziner-neu/vitamine/index.html

[7]Zhou ZH, McCarthy DB, O’Connor CM, Reed LJ, Stoops JK. The remarkable structural and functional organization of the eukaryotic pyruvate dehydrogenase complexes. Proc Natl Acad Sci U S A. 2001 Dec 18;98(26):14802-7.

[8] https://eurekamag.com/pdf/003/003499717.pdf

[9] Zarei I, Brown DG, Nealon NJ, Ryan EP. Rice Bran Metabolome Contains Amino Acids, Vitamins & Cofactors, and Phytochemicals with Medicinal and Nutritional Properties. Rice (N Y). 2017 Dec;10(1):24.

[10] https://www.vital.de/gesunde-ernaehrung/wichtige-naehrstoffe/galerie/die-wichtigsten-vitamin-b-lieferanten

[11] Hans Konrad Biesalski, Josef Köhrle, Klaus Schürmann: Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Thieme, 2002

[12] https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-402011/unerlaesslich-fuer-den-stoffwechsel/

[13] Leclerc, D.; Wilson, A.; Dumas, R. Cloning and mapping of a cDNA for methionine synthase reductase,

a flavoprotein defective in patients with homocystinuria. Proc. Natl. Acad. Sci. USA 1998, 95, 3059–3064.

[14] Malnick, S.; Goland, S. Folic acid as ultimate in disease prevention: Beware of vitamin B12 deficiency. BMJ, 2004, 328, 769.

[15] Petras, M.; Tatarakova, Z.; Kovalska, M.; Mokra, D.; Dobrota, D.; Lehotsky, J.; Drgova, A.

Hyperhomocysteinemia as a risk factor for the neuronal system disorders. J. Physiol. Pharmac 2014, 65, 1–23

[16]Spence JD, Yi Q, Hankey GJ. B vitamins in stroke prevention: time to reconsider. Lancet Neurol. 2017 Sep;16(9):750-760.

[17]Malouf, R., Grimley, E. J., Folic acid with or without vitamin B12 for the prevention and treatment of healthy elderly and demented people. Cochrane Database Syst Rev. 8 (2008) CD004514.

[18]Kennedy DO. B Vitamins and the Brain: Mechanisms, Dose and Efficacy–A Review. Nutrients. 2016 Jan 27;8(2):68.

[19]Reinhard-Hennch, B., Vitamin B6 bei prämenstruellem Syndrom. Pyridoxine and PMS. Gynäkol. Endokrinologie 6 (2008) 87-93.

[20] https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/

[21]ÖKO-TEST Jahrbuch Gesundheit für 2010. 2009 (http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=94085&bernr=06)

[22]https://www.vitaminb12.de/vitamin-b-komplex/

[23]https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/bevoelkerungsgruppen/schwangere-stillende/handlungsempfehlungen-zur-ernaehrung-in-der-schwangerschaft/

[24] Bender DA. Vitamin B6 requirements and recommendations. Eur J Clin Nutr. 1989 May;43(5):289-309.

[25] Knopp RH. Evaluating niacin in its various forms. Am J Cardiol. 2000; 86(12A):51L–56L

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