WAS SIND PRÄBIOTIKA?

Während Probiotika schön länger in der wissenschaftlichen Literatur auftauchen, ist das Konzept der Präbiotika deutlich jünger. Beide Begriffe sollten nicht verwechselt werden. Ein Probiotikum umfasst die Bakterien im Darm, während Präbiotika für ihre optimale Vermehrung sorgen. Präbiotika wirken quasi synergistisch, also als „Mitspieler“ und damit wirkverstärkend.

Die Kombination Pro- und Präbiotika werden deshalb als Synbiotikum bezeichnet. Präbiotika sind unverdauliche Kohlenhydrate oder lösliche Naturfasern, die dafür sorgen, dass sich die probiotischen Bakterien im Darm wohlfühlen. Sie werden nicht während der Darmpassage im Menschen abgebaut, jedoch von den nützlichen Darmbewohnern als Nahrung genutzt. Auf diese Weise wird deren Wachstum angekurbelt(1,2). Gleichzeitig hemmen diese Präbiotika das Wachstum von pathogenen Keimen (Krankheitserregern)(3) und verbessern durch eine pH Verschiebung die Löslichkeit von Kalzium, dass so besser durch die Dickdarmschleimhaut aufgenommen wird.

Die kurzkettigen Kohlenhydrate, die sogenannten Oligosaccharide, bestehen aus bis zu 100 Zuckerbausteinen, zu denen neben Glukose auch Fruktose oder Galaktose gehören können. Ein typischer Vertreter ist Inulin. In der Natur ist dieser etwas süßlich schmeckende Stoff in der Wurzel von Chicorée, Artischocken, Topinambur, Spargel und Schwarzwurzeln zu finden. In der Lebensmittelherstellung werden Eigenschaften wie die hohe Quellwirkung und der süße, cremige Geschmack genutzt. Es wird verschiedenen Soßen (als Verdickungsmittel), Brotaufstrichen, Milchprodukten, Müslimischungen und Backwaren zugefügt. Ein anderes Oligosaccharid, das Galakto-Oligosaccharid (GOS) ist, wie es der Name ahnen lässt, aus einer Kette von Galaktose Molekülen aufgebaut. Muttermilch enthält dieses Präbiotikum(4). In Deutschland wird GOS für Produkte der Säuglings- und Folgenahrung eingesetzt.

PROBIOTIKA UND PRÄBIOTIKA ERGÄNZEN SICH ZUM SYNBIOTIKUM

Werden Probiotika und Präbiotika kombiniert, erhält man Synbiotika. In synbiotischen Präparaten befinden sich probiotische Mikroorganismen, die für eine ausgeglichene Darmflora sorgen und gleichzeitig die Energie- und Nährstoffe, die für ihren Erhalt und ihre Wirkung essenziell sind. Mit der gleichzeitigen Aufnahme von wirksamen Bakterien und der optimalen Nährstoffe für sie werden ideale Bedingungen für einen synergistischen Effekt geschaffen.

Die Komponenten sind so ausgelegt, dass unerwünscht Darmbewohner die Präbiotika nicht nutzen können. Inulin ist ein Präbiotikum, das als bevorzugtes Substrat probiotischer Bakterien fungiert und deshalb zusammen mit den entsprechenden Probiotika häufig als Synbiotikum angeboten wird. Im Handel sind verschiedene Kombinationen erhältlich. Dabei sind die einzelnen Bestandteile genau abgestimmt, da die Bakterienstämme unterschiedliche Präbiotika bevorzugen. Auf diese Weise lässt sich der optimale Effekt, im Kampf gegen krankheiterregende Bakterien, erzielen. Inzwischen ist das Konzept des Synbiotikum Gegenstand intensiver Forschung, da es Hinweise gibt, dass sich die Wirkungen von Prä–, Pro– und Synbiotikum unterscheiden(5). Dies könnte für eine gezielte Anwendung bei Beschwerden und Erkrankungen eine bedeutende Rolle spielen.

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Quellen:

(1) Roberfroid MB. Prebiotics and probiotics: are they functional foods? Am J Clin Nutr 2000; 71: 1682S–7S.

(2) Wang X, Gibson GR. Effects of the in vitro fermentation of oligofructose and inulin by bacteria growing in the human large intestine. J Appl Bacteriol 1993; 75: 373–80.

(3) Bernet-Camard MF, Lievin V, Brassart D, Neeser JR, Servin AL, Hudault S. The human Lactobacillus acidophilus strain LA1 secretes a nonbacteriocin antibacterial substance(s) active in vitro and in vivo. Appl Environ Microbiol 1997; 63: 2747–53.

(4) BRUZZESE, E. et al. (2006) Impact of prebiotics on human health, Digestive and Liver Disease, Vol. 38, No. Suppl. 2, S283-S287.

(5) https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2010/08_10/EU08_2010_452_453.qxd.pdf